Die Besiedlung des Gemeindegebietes

Bodenfunde aus dem Bereich der heutigen Ortsgemeinde Mühlen beweisen, dass Menschen diesen Ort schon lange Zeit vor Christi Geburt aufgesucht und vielleicht sogar schon bewohnt haben. Im Aicher Moor wurde zum Beispiel eine Bronzenadel gefunden, die aus dem 13. bis 8. Jahrhundert vor Christi stammt. Ein Bronzeschwert aus der Urnenfeldzeit wird im keltischen Museum in Noreia ausgestellt.

Es wurden Vermutungen aufgestellt, dass hier im jetzigen Noreia das Königreich Noricum gelegen hat. Jedoch konnte man diese Vermutungen bis heute noch nicht beweisen. Sollte jedoch hier dieses Königreich gelegen haben, dann haben hier bereits 113 Jahre vor Christi Kelten gelebt. Einzelne Bodenfunde aus Noreia weisen darauf hin, jedoch sind diese Funde viel zu jung als das sie in diese Zeit hineinpassen. Teilweise konnte nicht abgeklärt werden aus welcher Zeit die Funde stammen. Es gibt aber auch mehrere Funde die auf die Kelten hinweisen: Grabsteine mit keltischen Grabinschriften, Lanzenspitzen aus der Keltenzeit und Keramikfragmente.

Römische Inschriften die schon aus dem 1. Jahrhundert nach Christi stammen wurden in der Noreaner Kirche gefunden. Im 5. Jahrhundert nach Christi dürften in unserem Gebiet die ersten Siedlungen entstanden sein, da in St. Veit in der Gegend römische Grabstätten gefunden wurden, die darauf hinweisen.

Im 6. Jahrhundert nach Christi wanderten allmählich slawische Bauern ein und besiedelten dieses Gebiet. Daher findet man im Gebiet Mühlen und Neumarkt immer wieder slawische Namen. Ab dem 6. Jahrhundert nach Christi entstand in unserem Gebiet eine geschlossene slawische Gesellschaft.

Im Jahre 750 nach Christi reisten erstmals christliche Missionare aus Salzburg ein. 828 nach Christi wurden die Slawen vom fränkisch-deutschen Kaiser unterworfen. Daraus entstand eine Mischbevölkerung aus Slawen und aus Bayrisch-Deutschen.
Die Gründung der Dörfer dürfte spätestens 950 – 1050 stattgefunden haben. Im 10. oder 11. Jahrhundert nach Christi entstanden die ersten Gutshöfe. Die Gegenden sind durch Rodungsarbeiten der Bauern für die Adeligen bewohnbar gemacht worden. Dort entstanden dann weitere Gutshöfe.

Das 12. Jahrhundert war die Zeit des Burgenbaues. Es wird vermutet, dass auch hier in Mühlen eine Burg gestanden hat, diese Vermutungen konnte man aber nicht beweisen. Seit dem 12. Jahrhundert gab es in unserem Gebiet keine Slawen mehr, dies ist jedoch nicht auf Streitereien oder Kämpfe zurückzuführen. Die frühesten urkundlichen Nennungen stammen ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Mondorf und Hitzmannsdorf wurden zum ersten mal urkundlich erwähnt.

1122 gehörte Mühlen offiziell zur Steiermark. Der Höhepunkt der Besiedlung unseres Gebietes wurde im 13. Jahrhundert erreicht. Jedoch kamen viele Menschen im 14. Jahrhundert bei den schweren Pestepidemien ums Leben. Daher musste im 15. Jahrhundert ein Bauer 2 Grundstücke bewirtschaften. Die Entstehung der Bauernhöfe in den einzelnen Gebieten ist auf die Auflösung der Edelhöfe zurückzuführen. Das bedeutet, dass die Grundstücke der Edelleute geteilt wurden, und Bauern diese dann bewirtschafteten. Durch diese Teilung entstanden die Ortsteile: Mondorf, St. Veit in der Gegend, Jakobsberg, St. Margarethen und Velden. Mühlen selbst war im 14. und 15. Jahrhundert ein Dorf mit zentraler wirtschaftlicher Bedeutung geworden.

Text:
Karin Pichler

Näherer Informationen:
Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner

 

 

Zimmeranfrage

Link: Steiermark Tourismus Link: Urlaubsregion Murtal Link: Naturpark Grebenzen