Hitzmannsdorf

Es ist nicht klar, ob in Hitzmannsdorf schon zur Zeit der Slawenbesiedlung ein Dorf bestanden hat. Wir wissen hingegen sicher, dass es von slawischen Bauern landwirtschaftlich genutzt worden ist. Dies beweisen mehrere slawische Namen wie z.B. der „Preg“ (umgangssprachlich „Priag“).
Das Dorf ist eine Bauernsiedlung, welches wahrscheinlich erst in der nachslawischen Siedlungsperiode entstanden ist. Dies lässt der Dorfname vermuten: Hitzmannsdorf leitet sich vom althochdeutschen Personennamen Hitz(i)mann ab, der als Hizzo oder Hitzo verwendet wurde.

Die Bezeichnung einer Siedlung bzw. eines Dorfes nach dem Namen des Grundherrn, des Siedlungsleiters oder des Siedlungsherrn ist typisch für einen bestimmten Siedlungsabschnitt, der bei uns ca. bei 950 anzunehmen ist. Namen wie Hizimann, Hizo oder für Frauen Hiza sind in steirischen Urkunden nicht zu finden. Aber sie kommen vereinzelt in Urkunden des 11. Jahrhunderts im Einflussbereich des Erzbistums Salzburg vor.

In den Totenbüchern von Seckau und Salzburg findet sich jeweils ein Eintrag von einem Hiziman. Bis in die Neuzeit war der Ortsname nicht fixiert, da Hitzmannsdorf immer wieder mit Hitzendorf wechselte. Sehr unsicher ist nun die Annahme, die Gründung ginge auf den Erzbischof von Salzburg oder einen seiner Dienstmannen bzw. Gefolgsleute zurück. Dies würde aber mit anderen geschichtlichen Gegebenheiten übereinstimmen, denn das Gebiet zwischen Hitzmannsdorf und St. Veit weist eine Reihe von Zusammenhängen mit Salzburg auf.

Bei der erstmaligen Mappenerfassung des Franziszeischen Kataster 1823 waren die Gehöfte um einen länglich-ovalen Dorfplatz angesiedelt. Zu dieser Zeit hat es sieben Gehöfte und eine Keusche gegeben. Ursprünglich dürften es, den geringen Aufzeichnungen zu Folge, mindestens 12 Bauerngüter gewesen sein. In der ersten urkundlichen Nennungen im Jahre 1150 erfahren wir, dass der Bischof von Gurk ein Gehöft in Hitzmannsdorf besaß. Durch ein Tauschgeschäft kam danach das Stift Admont in den Besitz dieses Hofes. Eine weitere Urkunde (1290) belegt, dass die Adelsfamilie der Reifensteiner dem Paradeisfrauenkloster in Judenburg ein Gut in Hitzmannsdorf schenkte.

Auch das Stift St. Lambrecht, kleinadelige Familien aus dem oberen Murtal und die Familie zu Kalsberg (Burg in Kulm) sind als Besitzer von Gehöften schriftlich nachweisbar. Hitzmannsdorf war also seit dem Spätmittelalter auf mehrere Grundherrschaften aufgeteilt, wobei das Stift Admont vorherrschend war. Ende des Mittelalters kam es zu einem großen Bauernsterben. So blieb auch Hitzmannsdorf nicht verschont. Zahlreiche Huben und Gehöfte wurden aufgelassen, geteilt oder vereinigt.

Text:
Gabi Kraftl

Näherer Informationen:
Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner



 

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