Jakobsberg

Jakobsberg kommt in den schriftlichen Aufzeichnungen der Steiermark erst sehr spät vor. Das geschlossene Dorf Jakobsberg, die Siedlung an der Tratten und das Einödgebiet oberhalb dieser zwei Gebiete sind die Unterteilungen von Jakobsberg in drei Siedlungsbereiche.

Ursprünglich hieß Jakobsberg „am Berg“. Doch als dort die dem Hl. Apostel Jakobus geweihte Kirche gebaut wurde, entstand der Name Jakobsberg. Die älteste Siedlung bei der Jakobuskirche, ist ca. im 11. Jahrhundert entstanden ohne eine slawische Vorsiedlung.

Das slawische Namensgut lässt sich durch landschaftliche Nutzung und Begehung der Slawen erklären. Ein Weidegebiet oberhalb von Jakobsberg heißt ganzka, es bedeutet möglicherweise Triebweg. Daraus lässt sich schließen, dass die Slawen eventuell ihr Vieh nach Jakobsberg auf die Alm trieben. Jakobsberg ist eine Rodungssiedlung am Südabhang der Seetaler Alpen. Die Gegend Tratten diente der ältesten Siedlung (bei der Jakobuskirche) als Weide für ihr Vieh. Später erst ist dort bei dieser Tratte eine zweite Siedlung entstanden. Vermutungen zufolge müsste das gegen Ende des 12. oder im 13. Jahrhundert geschehen sein.
   
Jakobsberg hat ursprünglich aus mehreren Gehöften bestanden als heute oder noch im vorigen Jahrhundert. Dies ist dadurch möglich, dass der Besitz des vlg. Kaiser erst durch Hinzuerwerbung von aufgegebenen Bauernhuben so groß geworden ist. Aufgrund der Siedlungs- und Flurform können wir, ohne dafür allerdings urkundliche Belege beibringen zu können, rekonstruieren, dass Jakobsberg möglicherweise ursprünglich als Einzelhof angelegt worden und erst später in zwei oder mehr Gehöfte geteilt worden ist. Kleinere Besitzungen sind erst im 13. oder 14. Jahrhundert hinzugekommen. Es wäre auch denkbar, dass zwei Stammhöfe als Siedlungsanfang existierten. Da wir aber neben dieser besagten Siedlung eine Kirche haben, scheint am Anfang doch ein größerer Hof, wahrscheinlich sogar ein Edelhof, gestanden zu sein. Als Edelhof käme der vlg. Kaiser (Koaser) in Frage, denn das Wohnhaus bestand aus einem turmartigen Speicherbau mit Mittelsäule und Spitzbögen. Die Kirche St. Jakob am Berg stammt aus dem 12. Jahrhundert. Es ist der Bautyp einer Saalraumkirche mit darunterliegendem Karner und einer Apsis, wie es für Eigenkirchen des 12. Jahrhunderts typisch ist.

Wie zahlreiche andere Edelhöfe in diesem Gebiet, scheint auch dieser von Jakobsberg im Laufe des 12. Jahrhundert aufgelassen und in zwei oder mehrere Teilhöfe zerschlagen worden zu sein. Als letzte Stufe der Besiedlung in Jakobsberg sind die Einzelgehöfte die vermutlich ebenfalls im 12. Jahrhundert heraus gerodet worden sind. Im Kollekturregister der Pfarre St. Marein bei Neumarkt, wohin Jakobsberg pfarrlich eingegliedert war, sind im Jahr 1546 jene Naturalgaben verzeichnet, die die ansässigen und zur Pfarre gehörenden Bauern jährlich abzuliefern hatten. Es sind für Jakobsberg nur mehr 5 Gehöfte verzeichnet die Naturalien abzugeben hatten.

Die urkundliche Überlieferung für Jakobsberg setzt erst einige Jahrhunderte nach der erstmaligen Besiedlung ein. Die früheste Grundherrschaft ist das Stift Seckau. Eine Urkunde dieses Stiftes bringt uns die erstmalige Nennung dieser Siedlung, und das war am 3. Mai 1316.

Seit dem 14. Jahrhundert finden wir vereinzelte Urkunden, die uns von Bauerngütern am Jakobsberg berichten, wie sie von adeligen Grundherren an die Kirche gestiftet oder aber verkauft worden sind. Alle diese Urkunden berichten, dass Jakobsberg im Spätmittelalter im Besitz kleiner Adeliger aus dem oberen Murtal bzw. aus dem Neumarkter Gebiet gewesen ist.

Wir können jedoch nicht mehr feststellen, wer der erste Grundherr von Jakobsberg gewesen ist, der hier den Wald roden und Bauernhöfe anlegen ließ. Es fehlen uns dazu die nötigen Informationen. Die meisten Bauern jedoch waren weltlichen Grundherren untertan. Leider lassen sich die Vorgänger nicht herausfinden. Durch Stiftungen sind viele Anwesen von Jakobsberg in den Besitz der Kirche gelangt. Jedoch lässt sich nicht feststellen, wer der Vorgänger von den einzelnen Bauern gewesen ist, die ihre Besitzungen gestiftet haben. Wie fast jede bäuerliche Siedlung unserer Heimat hatte auch Jakobsberg eine Gmein, eine in gemeinschaftlicher Nutzung stehende Gemeinschaftsweide. Die älteste Gmein war die Tratte, wo im 12. Jahrhundert ein neues Dorf entstanden ist, dessen Bauern die bisherige Tratte als Grundstücke zugewiesen erhalten hatten. Im 16. Jahrhundert ist man aufgrund von Streitereien dazu übergegangen, die Gmein aufzuteilen.

Text:
Karin Pichler

Näherer Informationen:
Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner


 

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