Auf den Spuren unserer Vorfahren…

Der Ort Mühlen, heutiges Zentrum der vier Katastralgemeinden, hat bereits im Spätmittelalter für die nähere Umgebung als Gerichtssitz und wirtschaftlicher Mittelpunkt eine wichtige Rolle gespielt. Dies führte dazu, dass Mühlen im 15. Jahrhundert das Marktrecht verliehen wurde.
Geographisch liegt Mühlen an einer sehr ungünstigen Stelle für mittelalterliche Siedlungsgrundsätze. Deshalb muss die Bildung dieser Siedlung aus einem anderen Grund erfolgt sein. Dies war offensichtlich die Ausnützung der Wasserkraft, was auch der heutige Ortsname Mühlen bestätigt. Daraus können wir schließen, dass die Errichtung von Mühlen und nicht die einer Siedlung im Vordergrund stand.

Mühlen zählen zu den frühesten ländlichen Gewerben, die von Beginn der Besiedlung bestanden haben. In der Frühzeit wurde das Erbauen von Mühlen und das Mahlen von Getreide fast ausschließlich den Grundherrn erlaubt. Untertanen waren verpflichtet ihre Feldfrucht bei den herrschaftlichen Mühlen verarbeiten zu lassen. Auch im Gebiet Neumarkt gab es mit dem Mühldorf bei St. Marein schon sehr früh solche Mühlen. Oft wurden mehrere Mühlen an einer Stelle gebaut, um die Wasserkraft gut zu nutzen. Das dürfte der Anfang unseres Ortes gewesen sein, denn die Ortsbezeichnung „Mühlen“ ist ein Mehrzahlwort. Einige slawische Bezeichnungen die sich in der Gemeinde finden, deuten auf eine Nutzung des Gebiets durch Slawen im Frühmittelalter hin.

Schriftlich wird Mühlen erstmals in einem Verzeichnis des Jahres 1200 genannt. Dort wurde festgehalten, dass Herwig von Teuffenbach Besitzungen in Mühlen und Aich hatte. In dieser schriftlichen Aufzeichnung ist nur von einer einzigen Mühle die Rede. Entweder hat es um 1200 wirklich nur eine gegeben, oder es handelt sich in diesem Lehenbuch um eine Erinnerung an eine herrschaftliche Mautmühle, die Ursprung des Ortes gewesen sein könnte. Solche Mautmühlen gab es häufig bei Herrenhöfen oder Burgen. Solch ein Edelsitz ist urkundlich nicht nachweisbar, es könnte aber eine Burg am sogenannten Preg bestanden haben. Die Kirche der Hl. Helena wiederum könnte einstige Burgkapelle gewesen sein, somit wäre auch ihre Existenz erklärt. Weiters kann man dieser Schrift entnehmen, dass es hier damals drei Huben gegeben hat, womit eine Entwicklung zu einem Bauerndorf erkennbar ist. Jedoch weist das Siedlungsbild auf ein nicht geplantes Dorf hin. Seit dem Spätmittelalter hat sich durch ständige Teilungen und Auflösungen von Gehöften sehr viel verändert, wodurch eine Rekonstruierung der Frühform nicht möglich ist. Die zweite Nachricht über unseren Ort am 13. April 1319 beurkundet eine weitere Besitzung eines Adelsfamilie aus dem Murtal, nach Herwig von Teuffenbach.

Bis in das 16. Jahrhundert gibt es über Mühlen sehr wenige urkundliche Nennungen. Der erste Grund- bzw. Lehensherr war nachweisbar die Propstei Gurk. Die Zeit von 1319 bis 1402 bleibt unerforscht und auch im 15. Jahrhundert gibt es nur sehr wenige Aufzeichnungen, die ebenfalls auf kirchliche Grundherrn hinweisen. In einer Urkunde des Jahres 1402, die Bischof Konrad von Lavant ausgestellt hat erscheint erstmals der Name des Ortes, der dem heutigen bereits ähnlich ist. Außerdem bringt sie uns erstmals Namen von Bewohnern des Ortes.

Sowohl das Bistum Gurk, als auch das Bistum Lavant wurden vom Erzbischof Salzburg gegründet. Somit wäre der Erzbischof als Vorbesitzer der späteren Bistums als Eigentümer anzusehen. 1445 wandte sich Otto von Silberberg an Friedrich dem Fünften, seinem Ort die Marktfreiheit zu verleihen. Der König erfüllte diese Bitte und stellte am 9. Mai 1445 in Wiener Neustadt das Privileg für Mühlen aus. Damit erfahren wir, dass die Adelsfamilie von Silberberg, von der wir bis zu diesem Zeitpunkt nichts gehört haben, einen großen Teil Mühlens besessen hat und sehr dominierend waren. Ab dem 16. Jahrhunderts ist die Familie Silberberg in finanzielle Schwierigkeiten geraten und so blieb ihnen nur noch die Herrschaft von Mühlen einige Häuser und Untertanen.

Text

Gabi Kraftl

Näherer Informationen:

Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner


 

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