Noreia

Es wird angenommen, dass St. Margarethen am Silberberg aus einem einstigen größeren Edelhof hervorgegangen ist. Dieser Großhof wurde aufgelassen, und daraus entstanden die einzelnen Grundstücke. Leider konnte nicht herausgefunden werden, wann der Großhof aufgelöst worden war.
Aufgrund der schlechten Überlieferungen ist es leider auch nicht möglich die Ursiedlung nachzubauen. Es ist gut möglich, dass in St. Margarethen am Silberberg einst ein Edelhof bestand, da die Patronin der Kirche, die Hl. Margaretha, häufig von Adeligen für ihre Kirchen gewählt wurde. Es wird vermutet, dass dieser Edelhof der Stammsitz der Adelsfamilie der Silberberger war und dass diese in St. Margarethen am Silberberg ihre Eigenkapelle hatte. Offensichtlich wurden in Noreia aber zwei derartige Edelhöfe gegründet, einer bei der heutigen Pfarrkirche und der andere unmittelbar anschließend. Der Hofname des zweiten Edelhofes leitet sich vom Siedlungsnamen „Ladorf“ ab. Es könnte ein Einzelgehöft gewesen sein. Möglicherweise sind diese 2 Edelhöfe durch Teilung eines noch größeren Stammhofes hervorgegangen. Jedoch kann man dies nur vermuten, weil es keine handfesten Beweise dafür gibt.  
 
Der Ort selbst und die umliegenden Einödhofgebiete Kogl und Grain sowie der Hof vlg. Ladorfer, waren den Herren von Silberberg grunduntertänig. Die meisten in diesem Gebiet gelegenen Gehöfte dürften ebenfalls als Stiftungsgut der Herren von Silberberg angesehen werden. Die urkundliche Überlieferung für St. Margarethen ist bis in die jüngste Zeit herauf sehr dürftig. Die früheste Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1319, jedoch steht nicht genau fest um welches St. Margarethen es sich handelt, da von einer größeren Brücke die Rede ist, und eine solche dürfen wir in unserem Ort nicht annehmen.

Die erste sichere Aufzeichnung über St. Margarethen stammt aus dem Jahre 1324. Aus dieser Urkunde geht hervor, dass die Pfarrkirche St. Margarethen der Vogtei der Herren von Silberberg unterstand, die somit auch als Gründer anzusehen sind. Daraus lässt sich schließen, dass der einstige Edelhof ebenfalls den Silberbergern gehörte. Es wird vermutet, dass die Kirche St. Margarethen älter ist als die Burg von Silberberg, da die Silberberger diese Kirche besingen ließen. Somit wäre die Kirche vor der Burg erbaut worden, also vor 1214. Örtliche Überlieferungen besagen, dass diese Kirche von „Margarethe von Silberberg“ für ihre Untertanen erbaut worden war.

Vor der Verwendung des Kirchenpatroziniums als Ortsbezeichnung, könnte St. Margarethen einen anderen Namen gehabt haben. Es wäre möglich, dass der Ort davor Silberberg geheißen hat, da ja auch der „neue“ Name St. Margarethen am Silberberg lautete. Wir können annehmen, dass St. Margarethen das älteste Zentrum der Silberberger gewesen ist, da die Burg erst 1214 erbaut worden war und in Kärnten liegt. St. Margarethen gehört aber schon seit 1122 zur Steiermark. Und da in St. Margarethen die Pfarrkirche, bzw. die Eigenkapelle der Silberberger stand müsste hier das Zentrum gewesen sein, da es das Geschlecht der Silberberger schon seit mindestens 1204 gibt. Vermutungen zufolge dürfte St. Margarethen also der Stammsitz der Silberberger gewesen sein. Das slawische Namensgut in der näheren Umgebung zeigt, dass das Gebiet bereits zur Zeit der slawischen Besiedlung des Landes (6. bis 8. Jahrhundert n. Chr.) landwirtschaftlich genutzt oder zumindest begangen worden ist. Eine slawische Dauersiedlung ist jedoch nicht nachweisbar.

Eine zweite Urkunde aus dem 14. Jahrhundert bezieht sich ebenfalls auf den Ort St. Margarethen. Es gibt auch für das 15. Jahrhundert nur wenige Urkunden die zur Geschichte von St. Margarethen am Silberberg beitragen. Der erste mit Namen bekannte Bewohner von St. Margarethen ist jener Hans Maiger, dem Heinrich Mitterholzer und seine Frau am 18. Juni 1436 Gut und Mühle in der Dobritsch unterhalb von Silberberg verkauft haben. Ab dem 16. Jahrhundert gibt es bereits ausführliche Aufzeichnungen über St. Margarethen, die aus Steuerregistern entnommen wurden. In der Mitte des 16. Jahrhunderts gerieten die Herren von Silberberg in große finanzielle Schwierigkeiten, so dass die Besitzungen teilweise gepfändet wurden, aber sie solche auch im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts verkauft haben.

Aus dem Leibsteuerregister von 1527 erfahren wir erstmals zahlreiche Namen von den Bewohnern von St. Margarethen. Von den Nachnamen her erfahren wir, dass nicht nur Bauern in St. Margarethen wohnten, sondern auch ein Schuster und ein Fassbinder.
Im Jahr 1842 verlieh Kaiser Ferdinand I. dem Dorf das Recht zur Abhaltung eines Viehmarktes am Samstag nach Jakobi (25. Juli). Diese Urkunde befindet sich im Besitz des Vereines „Keltisches Noreia“.

Der Name Ladorf ist erstmals 1462 urkundlich nachweisbar. Leider kann man auch hier bei der Namensdeutung nur auf Vermutungen zurückgreifen, da es gut möglich ist, dass der Name mit der Zeit entstellt wurde.
Für die Deutung kommt das mittelhochdeutsche Wort la = Sumpf, Lacke oder lo = Gehölz, Wald in Frage. Dementsprechend handelt es sich entweder um einen Hof bei einem Hof, bei einem kleinen Sumpf oder um eine frühe Siedlung im Wald.


Näherer Informationen:
Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner



 

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