St. Veit in der Gegend

Da das ganze Gebiet der ehemaligen Ortsgemeinde St. Veit eine Reihe von slawischen Flur- und Gegendnamen aufweist, dürfte es in diesem Gebiet eine ziemlich bedeutende Besiedlung zur Slawenzeit (ab dem 6. Jhd.) gegeben haben.

Pörtschach führt sogar einen rein-slawischen Namen. St. Veit selbst ist nach einem Kirchenpatron benannt, daher muss es vor der Kirchenerrichtung anders geheißen haben. Es käme z.B. der Name Oberdorf in Frage, dies würde im Zusammenhang mit Niederdorf (zw. Pörtschach und St. Veit) logisch erscheinen. Aber auch ein vergessener, slawischer Name ist nicht auszuschließen. Der Ortsname nach dem Heiligen Veit, der bei Ortschaften mit Slawenbesiedlung häufig gewählt wurde, ist seit dem Jahre 1316 als ze Sand Veit urkundlich nachweisbar. Diese Form finden wir auch in Urkunden der Jahre 1379 und 1395.

Die heutige Namensform erscheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1395, in dieser wird eine Bauernhube als pey sand Veyt in der Gegent gelegen beschrieben. Im 15. Jhd. gab es noch Formen wie wenig Sand Veit (um es von St. Veit an der Glan abzuheben), oder wenig Sant Veit bey Neumarkt. Seit dem 16. Jhd. wird vorwiegend der heutige Name verwendet.

Hin und wieder kommt auch St.Veit bei Altenhaus vor. Der Ort ist kein Bauerndorf, sondern eher eine Kirchensiedlung. Denn wir wissen aufgrund der Siedlungsform ziemlich sicher, dass hier ein einziger großer Gutshof mit Kirche bestanden hat. Dieser kann nur im Besitz eines Adeligen gewesen sein. Bis ins 12./13. Jhd. war es den Grundherrn gestattet, bei ihren Anwesen Kirchen und Kapellen zu errichten. St. Veit in der Gegend war also, wie erwähnt, bereits zur Slawenzeit besiedelt und im 10. oder 11. Jhd. gab es hier einen Gutshof mit einer Eigenkirche. Die erste schriftliche Aufzeichnung über St.Veit lässt sich auf den 21. Dezember 1316 von Pfarrer Hainreich zurückzuführen.

1379 werden erstmals Bewohner von St. Veit urkundlich erwähnt: am 24. April beurkundeten Simon und Hans und ihre Geschwister, dass ihnen ein Abt aus St. Lambrecht eine Hube am Plaxen (heute Plaxner) zu Kaufrecht verliehen habe. Somit sind sie die ersten, uns namentlich bekannten Pfeiter, die wahrscheinlich beim Leitamoarhof zu Hause gewesen sind. Weiters wissen wir von dem Schuster Sigmund, der vom Ritter Hans Gradenegger zwei Gehöfte zu Kaufrecht verliehen bekam. Damit erfahren wir erstmals über einen Grundherrn, der ein Adeliger war. Diese zwei Gehöfte (Voglgut und Taferngut) gehörten später u.a. zum Stift St. Lambrecht, aber auch zu Dürnstein und damit zum Bistum Gurk. Bis ins Spätmittelalter lassen sich sechs Bauerngüter nachweisen, das ist die älteste noch fassbare Dorfanlage.


Näherer Informationen:

Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner

Text:
Gabi Kraftl


 

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