Die Hintergründe des Marktrechts

Wichtige Kennzeichen eines Marktes waren die persönliche Freiheit der Marktbürger, das Recht auf Abhaltung von Wochen- und Jahrmärkten, das Handwerks- und Gewerberecht und auch das Recht auf Befestigung des Marktes. Es bestand zwar noch eine Abhängigkeit vom Grundherrn, die aber beschränkt war. Die persönliche Freiheit unterschied die Marktbürger wesentlich von grunduntertänigen Bauern.
Die Marktfreiung bezeichnet nicht nur das Recht Märke abzuhalten, sondern dass diese Märkte unter einem besonderen Rechtschutz standen. Während eines solchen Marktes herrschte ein „Sonderfriede“. Vergehen wie Unzucht, Gotteslästerung, Würfelspiel u.s.w. wurden besonders streng bestraft. Das ausgesteckte Marktfreiungszeichen, welches ein Arm mit einem Gerichtsschwert war, diente als Symbol für diesen Frieden. Zwar war Mühlen seit 1445 ein privilegierter Markt, doch konnten nur einige Teile des eigentlichen Rechtes eingehalten werden. So ist z.B. eine persönliche Freiheit seit dem 16. Jahrhundert nicht festzustellen. Dadurch unterschieden sich die Mühlner, die sich selbst Bürger nannten, kaum von den grunduntertänigen Bauern. Auch bei der Eigenverwaltung konnte sich Mühlen nicht durchsetzen, hatte weder im zivilen, noch im Kriminalbereich Gerichtsbefugnisse und alle Gebäude waren grunduntertänig.

Das einzige Recht, dass die Mühlner von den Bauerndörfer unterschied, war das Recht der Wahl von Richter und Rat und das Recht auf den offenen Jahrmarkt. Vom Markt Mühlen gibt es wieder nur einige wenige Aufzeichnungen, doch trotz des fehlenden Marktrechtes wurde er immer ausdrücklich als Markt bezeichnet.

Im 18. Jahrhundert kam es zu einer konsequenten Überprüfung durch den Staat. Alle Märkte die nicht ausreichend organisiert waren, wurden aufgelöst. Dies war wahrscheinlich auch das Ende für Mühlen als Markt.


Text:
Gabi Kraftl

Näherer Informationen:

Chronik Mühlen, Geschichte einer obersteirischen Gemeinde von Walter Brunner
 

 

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