Pfarrkirche Noreia

Die Entstehung und Frühgeschichte der Kirche und Pfarre St. Margarethen am Silberberg, jetzt Noreia, ist ebenso in Dunkel gehüllt wie die der übrigen aus der Pfarre St. Marein/Graslupp ausgeschiedenen Pfarren. Aufgrund der Besitz- und Siedlungsgeschichte des Pfarrortes wäre es durchaus denkbar, dass dieses Gotteshaus vor 1122 als Eigenkirche eines dortigen Adelshofes entstanden ist. Da im Jahr 1122 das Gebiet von St. Margarethen und Mühlen zur Steiermark und nicht zum Herzogtum Kärnten gekommen ist, muss damals hier eine steirische Adelsfamilie ansässig gewesen sein, denn die Grenzziehung erfolgte damals nach besitzrechtlichen Gesichtspunkten, wie Dürnstein und Althaus deutlich zeigen. Möglicherweise ist es der Stammsitz der Herren von Silberberg bzw. deren Vorgänger, denn die Burg Silberberg ist erst um 1200 nachweisbar. Die eigenartigen Gerichts- und Pfarrverhältnisse wären anders nicht gut erklärbar: Die heutige Katastralgemeinde Noreia (früher St. Margarethen) und der links des Baches gelegene Teil von Mühlen gehörten in das Landgericht Silberberg und nicht zum Landgericht Gegend/Dürnstein, sind also deutlich von diesem nach Neumarkt hin ausgerichteten Gebiet abgesetzt.

Es lässt sich kein positiver Beweis anführen, dass St. Margarethen aus dem Pfarrbereich von St. Marein bei Neumarkt hervorgegangen sei. Die Landgerichtsgrenze entlang des von Jakobsberg herabfließenden Baches scheint auch eine frühe Grenze zwischen den Mutterpfarren St. Marein und Guttaring gewesen zu sein. Die Ausrichtung des Pfarrbereiches nach Kärnten bzw. zur Mutterpfarre Guttaring ist auch später noch erkennbar: im Jahr 1405 hat St. Margarethen pfarrlich offensichtlich noch zu Silberberg gehört, denn am 22. Februar dieses Jahres haben Heinrich Zwettler, Kaplan zu Silberberg, und Jörg der Silberberger für sich und seinen Bruder August dem Stift St. Lambrecht ein Moos bei Bayerdorf verkauft das bisher zur "St. Margarethen Kapelle zu Silberberg" gehört hat.

Während die Kirche St. Martin am Silberberg als unmittelbare Gründung der Silberberger auch von diesen mit einem Priester besetzt werden konnte, hatte in St. Margarethen der Bischof von Lavant das Besetzungsrecht; 1450 wird er ausdrücklich als Collator dieser Kirche bezeichnet. Auch anlässlich der bischöflichen Visitation im Jahre 1619 wurde festgehalten, dass dem Bischof von Lavant das Präsentationsrecht zustehe, jetzt jedoch gemeinsam mit dem Herrn von Silberberg.

Die Errichtung der Pfarre bzw. der Übergang von der einstigen Eigenkirche zu einer mit allen Pfarrrechten versehenen Pfarrkirche muss zwischen 1285 und 1324 erfolgt sein. Die Pfarre St. Margarethen gehörte zur Diözese Salzburg, doch hatte der Bischof von Lavant das Collationsrecht; das bedeutet, dass er dem Erzbischof von Salzburg einen Pfarrer zur Besetzung vorschlagen konnte.

 

 

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