Rochuskapelle Mühlen

Am 16. März 1756 berichtete Philipp Karl Reichsfreiherr von Duvall als Inhaber der Herrschaften Mühlen und Velden an das bischöfliche Ordinariat in Graz, dass die Bürgerschaft seines Marktes Mühlen, in der Pfarre St. Margarethen gelegen, zur Zeit der leidigen Pest das Gelübde gemacht habe, zu Ehren der Pestheiligen Sebastian und Rochus eine Kapelle zu erbauen. Es sei auch tatsächlich niemand in diesem Markt an der Pest gestorben, obwohl in der Nachbarschaft viele hundert Menschen den Tod gefunden hätten. Er, Freiherr von Duvall, und die ganze Bürgerschaft von Mühlen hätten bereits alles mit Pfarrer Joseph Knapitsch von St. Margarethen besprochen und es habe keine Einwände gegeben. Die Errichtung dieser Kirche sei der Pfarre nicht präjudizierlich. Alle Vorbereitungen zum Kirchenbau seien schon vorhanden und die Bürgerschaft wolle gemeinsam mit dem Vogtherrn auch in Zukunft für alles Notwendige bei dieser Kirche aufkommen. Die Bürgerschaft und er, Freiherr von Duvall, erbitten vom Bischof die Erlaubnis dazu.

Mit Schreiben vom 14. April 1756 stellte sich der Pfarrer von St. Marein jedoch gegen diesen Kirchenbau, da Mühlen von St. Helen nur 400 Schritt entfernt sei und dort fast jeden Sonntag Messen gelesen würden. Auch der Erzpriester war dagegen.

Zwanzig Jahre später versuchte es die Marktgemeinde neuerlich. Am 23. Mai 1776 wandte sie sich an den Bischof von Lavant. Mit dem Hinweis, dass sich die Gemeinde in Mühlen anlässlich der außerordentlich grassierenden Pest des Jahres 1715 verlobt habe, zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariae und der Heiligen Rochus und Sebastian eine Kapelle zu errichten. Mühlen habe 47 Häuser und 200 Seelen. Wegen weiter Entlegenheit von der Pfarrkirche St. Margarethen würden die meisten Bewohner von Mühlen das heilige Messopfer an mehreren Feier- und Sonntagen entbehren, wo weder in St. Helen noch in St. Margarethen das Messopfer gehalten werde, beklagten sich die Bürger von Mühlen. Die entsprechend dem Pestgelöbnis bereits errichtete Kapelle von Mühlen entbehrte lediglich noch der Messlizenz. Diese wurde jedoch wegen des Widerstandes des Mareiner Pfarrers nicht erteilt.

 
 

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